Der Labrador Retriever – ein idealer Begleiter für sportliche und naturverbundene Menschen

Über den Labrador Retriever kursieren unterschiedliche Vorstellungen. Einerseits heißt es, dass Labrador Retriever liebevolle und anpassungsfähige Familienhunde sind. Mit dieser Ansicht werden wir ihnen aber nur teilweise gerecht. Die andere Seite des Labradors zeigt einen sehr intelligenten, bewegungsfreudigen und lernwilligen Hund. Der Labrador möchte rennen und toben, auch im Wasser fühlt er sich sehr wohl. Wer einen Hund dieser Rasse wählt, darf also selbst kein „couch potatoe“ sein und muss seinem Tier viele Anreize bieten. Berufstätige Menschen sollten sich die Anschaffung eines Labrador Retrievers besonder überlegen und gründlich prüfen, ob sie auch den erforderlichen Haltungsbedingungen gerecht werden können.
In dem folgenden Text werden wir uns intensiv mit dem Labrador beschäftigen, um darzulegen, was für ein wundervoller und vielseitiger Hund er ist. Gleichzeitig werden wir aufzeigen, welche Haltungsbedingungen der Labrador Retriever braucht, um ein glückliches Hundeleben führen zu können.

Geschichte und Herkunft von Labrador Retriever

Die Geschichte und Herkunft von Labrador RetrieverWie schon der Name sagt, stammt der Labrador von der gleichnamigen Halbinsel Labrador in Kanada, die teils zu Quebec und teils zu Neufundland gehört. Im 15. Jahrhundert betrieben europäische Nationen, wie Spanien, Frankreich oder auch Großbritannien regen Handel mit dem neu entdeckten Amerika. Vor allem die Briten kamen an die Ostküste von Kanada sowie zu der vorgelagerten Insel Neufundland, um hier Handel zu treiben. Die Europäer brachten ihre eigenen Hunde mit, die ihnen bei der Arbeit helfen sollten. Darunter befanden sich unter anderem Bluthunde, Hütehunde und Wasserhunde, sowie Spaniels.
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts siedelten sich britische Fischer aus Devon entlang der Küste Neufundlands an und betrieben außer dem Fischfang auch die Jagd auf größere Vögel. Zur Jagd setzten sie ihre eigenen Hunde ein, die sich durch große Apportierfähigkeit auszeichneten. Die Fischer begannen diese intelligenten und leistungsfreudigen Tiere gezielt zu züchten. Daraus entwickelte sich der St. John`s Hund, der gemeinsame Vorfahre aller Retriever.
Der Labrador Retriever ist ein zierlicher Abkömmling des breiteren und langhaarigen St. John`s Hundes. Bereits im 19. Jahrhundert wurde
der Labrador von kanadischen Fischern zum Einholen der Netze eingesetzt. Sie benötigten einen exzellenten Schwimmer, der verloren gegangene Fische und weggetriebene Netze zum Boot zurückbrachte. Die Labradore hatten auch die Aufgabe Wassergeflügel aufzustöbern und die erlegten Tiere zu apportieren. Das hatte zur Folge, dass die Hunde oft lange Zeit im eisig kalten Wasser verbrachten. Das Wort retrieve bedeutet übrigens so viel wie zurückbringen und bezieht sich darauf, dass die Hunde bei der Jagd geschossenes Niederwild, oder Wasservögel, zurückbrachten d.h. apportierten.
Die Engländer fanden Gefallen an dem freundlichen und arbeitswilligen Hund und importierten ihn nach Großbritannien. Dort wurden die Labradore dann gezielt gezüchtet, so dass ihre Herkunft oft mit Großbritannien angegeben wird. Entscheidend für den Beginn der Labradorzucht in Großbritannien war Walter Francis Montagu Douglas Scott, der 5. Duke of Buccleuch. Dieser führte mit seinen Tieren die ersten Zuchtbücher. Höchstwahrscheinlich sind alle derzeit lebenden Labrador Retriever auf drei Zuchtlinien aus den Zwingern von den englischen bzw. schottischen Adelsfamilien Malmesbury, Bucceleuch und Home zurück zu führen.
Der englische Kennel Club definierte die Rassemerkmale dieser Hunde. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie als „Englische Retriever“ oder „St. Johns Hunde“ bekannt. Im 19. Jahrhundert bekam die Rasse ihren jetzigen Namen: Labrador Retriever. Im Jahre 1903 erkannte der englische Kennel Club die Rasse Labrador Retriever offiziell an.
Ursprünglich waren die Labradore rein schwarz. Die ersten gelben Tiere wurden als Fehlzüchtungen bezeichnet und meistens getötet. Erst später fanden gelbe und braune Labradore ihre Liebhaber und wurden in das Zuchtprogamm aufgenommen.
In Deutschland wurde im Jahre 1966 der erste offizielle Labradorwurf gemeldet.

Rassenmerkmale von Labrador Retriever

Die Widerristhöhe eines Labrador Retrievers liegt zwischen 54 und 57 Zentimetern.
Das Körpergewicht beträgt 25 bis 34 Kilogramm.
Hündinnen sind etwas kleiner und leichter als Rüden.
Der Körper ist stark und muskulös gebaut mit breitem Brustkorb. Der Labrador hat einen stark gewölbten „fassförmiger“ Rippenkorb. Dieses Aussehen darf nicht durch Übergewicht erreicht werden. Die Lendenpartie ist ebenfalls breit, kurz und kräftig, mit starker Hinterhand.
Der Kopf ist breit und gut gebaut mit ausgeprägten Nasenlöchern.
Das Maul ist kräftig und darf nicht spitz zulaufen.
Die Augen sind mittelgroß. Sie zeigen Intelligenz und Freundlichkeit. Ihre Farbe ist braun oder haselnussfarben.
Die Ohren liegen dicht am Kopf an, sie sind hoch und relativ weit hinten angesetzt.
Die obere Profillinie des Körpers ist gerade.
Die Rute ist am Ansatz dick und verschmälert sich zur Spitze. Diese sogenannte Otternrute ist ein sehr typisches Rassemerkmal.

Rute

Die Rute ist der Fachbegriff für den Schwanz des Hundes. Er dient als Hilfsmittel bei Sprüngen, beim Beschleunigen und Abbremsen, sowie beim Schwimmen und balancieren.

Anerkannte Fellfarben von Labrador Retriever

Einfarbig Schwarz, dunkelbraun(chocolate brown/ liver) oder gelb.

Einfarbig Schwarz, dunkelbraun(chocolate brown/ liver) oder gelb. Das Gelb darf Schattierungen von hellgelb bis fuchsrot aufweisen. Das sogenannte fuchsrot bezeichnet jedoch nur ein dunkleres Gelb. Es gibt keine roten Labradore. In einem Wurf können alle drei Farben vorkommen. Die Farben silber, champagner und charcoal, die inzwischen auch von Züchtern angeboten werden, sind als eigenständige Farben nicht bei allen Zuchtverbänden offiziell anerkannt. Ein kleiner weißer Brustfleck ist erlaubt. Kopf und Schädel zeigen einen deutlichen Stop.

Aussehen und Fellstruktur

Der Labrador Retriever ist mittelgroß, kräftig gebaut und zeichnet sich durch einen breiten Kopf aus. Das Fell ist stockhaarig. Dies bedeutet ein raues Deckhaar mit einer feineren und dichteren Unterwolle. Eine solche Fellstruktur ermöglicht es dem Labrador seine Körpertemperatur auch dann zu halten, wenn er längere Zeit in kaltem Wasser verbringt.

Zuordnung: Apportierhunde, Stöber- und Wasserhunde

Labrador Retriever werden in zwei Linien gezüchtet. Es gibt den größeren und schwereren show dog und den kleineren working dog. Dieser in Deutschland immer mehr beliebte „Field-Trial-Labrador“ hat, da er vornehmlich für die Arbeit gezüchtet wird, ein etwas anderes Aussehen. Der Arbeitshund ist leichter gebaut und besitzt einen schmäleren Kopf mit längerem Fang. Der Stop ist nur wenig ausgeprägt. Er verfügt über weniger Brusttiefe und hat meist einen längeren Rücken. FCI-Standard Nr. 122 | Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde | Sektion 1: Apportierhunde | Mit Arbeitsprüfung

Zuchtziel – Gesundheit

Wesentliches Zuchtziel im DRC ist ein gesunder, ausgeglichener und leistungsfähiger Hund.
Um dies zu erreichen, werden erbliche Defekte und Krankheiten erfasst und systematisch bekämpft. Der Labrador ist in der Regel ein gesunder Hund. Wie aber bei den meisten Hunderassen gibt es auch bei ihm Erbkrankheiten. Diese werden im späteren Text noch genauer beschrieben.

Zuchtziel: Typischer Retriever Charakter und Wesen

Dies versuchen Züchter durch eine gute Haltung und frühe Sozialisierung zu erreichen. Viele Züchter lassen ihre Hunde (ab dem 13. Monat oder wenn der Hund geschlechtsreif ist) an einem Wesenstest nach „Schweizer Muster“ teilnehmen. Für Zuchthunde ist die Teilnahme an diesem Test verpflichtend.

Erste historisch belegte Arbeitsprüfungen

Arbeitsprüfungen sind aus dem Leben der Labradore, die viel als „Gebrauchshunde“ verwendet werden, nicht mehr wegzudenken. Es gibt schriftliche Aufzeichnungen über Arbeitsprüfungen von Labradoren, welche ursprünglich im späten 18. Jahrhundert von Col. Peter Hawker und dem Earl von Malmesbury eingeführt wurden. Namentlich erwähnt wurde der Rüde Labrador Malmesbury Tramp. Lorna Gräfin Howe bezeichnet in ihrem Buch „die Volks Labrador Retriever“ diesen Hund als einen der Stammväter des heutigen Labradors.

Charakter und Wesen von Labrador Retriever

Charakter und Wesen von den Labrador RetrieverDer Labrador Retriever ist ein intelligenter, gut gelaunter und geduldiger Hund.
Er liebt seine Menschen sehr. Doch will er auch beschäftigt und gefordert werden. Für ein Leben im Zwinger ist er eben so wenig geeignet, wie für ein Leben auf der Couch. Der Labrador Retriever ist vor allem ein aktiver, arbeitsfreudiger, zugleich aber auch ausgeglichener Hund. Er zeichnet sich durch sehr unterschiedliche Fähigkeiten aus. Sein Geruchssinn ist hoch entwickelt und er liebt es zu apportieren. Seine angeborene Fähigkeit zu markieren (das heißt, sich die Plätze von erlegtem oder geflügeltem Federwild zu merken), ist für Jäger sehr wichtig. Ferner zeichnet sich der Labrador durch seine ausgeprägte Freude am Wasser und eine leichte „Führigkeit“ aus. Diese beruht vor allem auf dem angeborenen Willen des Labrador Retrievers seinem Menschen zu gefallen und auf seiner Lernfreude.
Der temperamentvolle Hund braucht viel Auslauf und Anregung. Ideal ist er als sogenannter „Arbeitshund“ in unterschiedlichen Bereichen. Ohne ein entsprechendes Betätigungsfeld ist der eifrige Hund nicht ausgelastet.

Der Labrador als Familienhund

Seine Intelligenz und sein geduldiges und freundliches Wesen, auch Kindern gegenüber, machen den Labrador zum idealen Familienhund. Berühmt ist seine liebevolle und stürmische Begrüßung – der sogenannte Labi – Dance. Dabei schlägt der Hund vom Kopf bis zur Schwanzspitze förmlich Wellen vor Begeisterung. Der Labrador liebt Kinder. Dennoch darf man nicht vergessen, dass ein Welpe sehr spitze Zähnchen hat und äußerst temperamentvoll spielt. Deswegen sollte auch ein junger Hund nicht unbeaufsichtigt mit jüngeren Kindern zusammen sein. Obwohl der Labrador seinen Menschen sehr zugetan ist, so reicht Liebe allein nicht aus, um den Hund glücklich zu machen. Auch als Familienhund muss er seinen Bewegungsdrang ausleben dürfen und will auch intelligenzmäßig gefordert werden. Ein Labrador, der sich langweilt und nicht ausgelastet ist, kann durchaus eine Zerstörungswut entfalten und Verhaltensstörungen entwickeln. Ein solches Verhalten sollte nicht als Bösartigkeit sondern als Alarmsignal gesehen werden. Es ist dann höchste Zeit, dem Tier die angemessene Bewegung und Beschäftigung zu bieten.

Der Labrador Retriever mit Fremden

Der kontaktfreudige Hund ist auch Fremden gegenüber eher freundlich. Es kann durchaus sein, dass er sie mit überschäumender Freude begrüßt, da er sehr temperamentvoll sein kann. Es ist Aufgabe seines Halters, dieses Temperament in die richtigen Bahnen zu lenken. Nicht jeder freut sich über einen hochspringenden Hund. Die freundliche Einstellung des Labradors ist jedoch ideal für Menschen, die häufig Besuch empfangen. Seine Menschenfreundlichkeit macht ihn aber nicht unbedingt zu einem Wachhund. Die Tiere melden jedoch normalerweise, wenn ein Fremder unangemeldet das Haus betritt. Wer allerdings einen scharfen Wachhund will, sollte sich keinen Labrador zulegen.

Der Labrador Retriever mit anderen Hunden

Der Labrador kommt normalerweise gut mit anderen Hunden zurecht, da er wie bereits geschrieben, sehr kontaktfreudig ist und keine Dominanz kennt. Seine stürmische Begrüßung kann ihn jedoch manchmal in Schwierigkeiten mit anderen Hunden bringen, die ein solches Verhalten, speziell von einem Junghund, als respektlos empfinden.

Der Labrador Retriever mit anderen Haustieren

Lernt er bereits im Welpenalter andere tierische Hausgenossen kennen, so wird die Zusammenführung auf Grund der Kontaktfreude und des Lerneifers des kleinen Hundes leicht zu bewerkstelligen sein. Bei erwachsenen Hunden kann sich dies etwas schwieriger gestalten, da sie eventuell der angeborene Jagdtrieb lockt. Doch auch hier zeigt sich der Labrador generell freundlich und ist bereit den Wunsch seines Menschen zu erfüllen. Allerdings kann ihm sein Temperament, beispielsweise im Umgang mit einer Katze, einige Ohrfeigen einbringen.

Der Labrador Retriever als Rettungs- Begleit- oder Therapiehund

Da der Labrador auch ein sehr sensibler und ausgesprochen anpassungsfähiger Hund ist, kann er mit unterschiedlichen Anforderungen gut zurechtkommen. Aus diesem Grund ist er als Blindenführ- oder Behindertenbegleithund sehr angesehen. Ebenfalls sehr geschätzt ist der Labrador Retriever als Rettungshund. Auch als Drogenspürhund eignet sich er sich auf Grund seines excellenten Geruchssinns sehr gut. Bei all diesen Ausbildungen und Einsätzen ist es immer sehr wichtig, das Tier nicht zu überfordern und ihm genug Freiraum für seine eigenen Bedürfnisse zu lassen. Wer das berücksichtigt, wird einen gut ausgelasteten und glücklichen vierbeinigen Begleiter haben.

Bewegungsdrang und Jagdtrieb von Labrador Retriever

Bewegungsdrang und Jagdtrieb von Labrador RetrieverWie bereits erwähnt, hat der Labrador Retriever einen starken Bewegungsdrang und will gefordert und beschäftigt werden. Es reicht keineswegs aus, ihm einen Garten zur Verfügung zu stellen, oder täglich einige kurze Runden mit ihm zu gehen. Dieser Hund will rennen und schwimmen und ihm gestellte Aufgaben erfüllen. Hundesport, bei dem auch seine Fähigkeit zu apportieren gefördert wird, liegt ihm sehr.
Wir dürfen nicht vergessen, dass der Labrador Retriever ursprünglich als Jagdhund gezüchtet wurde. Mit ausreichender spielerischer Beschäftigung und der richtigen Erziehung lässt sich aber dieser Jagdtrieb gut in Grenzen halten. Besonders glücklich macht es den Labrador, wenn sein Mensch ihm beispielsweise Fährten legt und so das Ausleben seiner natürlichen Instinkte fördert. Das sogenannte Dummytraining, in dem die Labrador Retriever Attrappen aufspüren und zurückbringen, kann eine große Bereicherung für jeden Spaziergang sein. Ausflüge ohne spielerisches Training können für den lernbegeisterten Hund in Langeweile ausarten.
Der Labrador Retriever liebt das Wasser. Ob Pfütze, Bach, oder See, das Wasser ist sein Element. Sein Mensch sollte ihm die Möglichkeit zu schwimmen unbedingt zur Verfügung stellen.

Haltung und Pflege von Labrador Retriever

Haltung und Pflege von Labrador RetrieverWie wir aus dem vorhergehenden Text sehen, werden durchaus einige Ansprüche an den Halter gestellt. Der Labrador braucht Menschen, die sich auch bei Wind und Wetter gerne im Freien aufhalten und ihrem Hund die nötige Bewegung und Abwechslung ermöglichen.
Die Pflege ist relativ anspruchslos. Doch da er das Wasser liebt und auch an Pfützen nicht vorbei gehen wird, kann nach einem Spaziergang durchaus eine Säuberung nötig werden. Ansonsten sollte einmal in der Woche das Fell mit einer Noppenbürste oder einem Noppenhandschuh gründlich gebürstet werden. Regelmäßig müssen Augen, Zähne und Pfoten kontrolliert werden. Zahnstein lässt sich mit der richtigen Ernährung weitgehend vermeiden. Zur Zahnpflege können auch zusätzlich Kauknochen angeboten werden, die den Abrieb von Plaque an den Zähnen fördern.
Vor allem im Winter gilt den Pfoten besondere Aufmerksamkeit. Streusalz und Splitt können sich in diesen festsetzen. Nach einem Spaziergang bei Eis und Schnee sollte der Halter die Pfoten seines Hundes genau untersuchen und eventuellen Splitt oder Streusalz sorgfältig entfernen. Zur Vorsorge können die Pfoten des Tieres vor dem Spaziergang mit Vaseline eingerieben werden. Im Sommer benötigt die dichte Unterwolle eine regelmäßige Ausdünnung.
Tierarztbesuche zum Durchchecken des Hundes sowie regelmäßiges Impfen und Wurmkuren sind eine Selbstverständlichkeit.

Die Erziehung von Labrador Retriever

Die Erziehung von den Labrador RetrieverDer Labrador ist ein sehr lerneifriger Hund, der seinem Menschen Freude machen will. Von daher ist er stets motiviert die Wünsche seines Halters zu erfüllen.
Grundlage jeder Erziehung ist ein liebevolles und konsequentes Verhalten des Besitzers.
Kommandos sollen kurz und einprägsam sein. Sie müssen nicht gebrüllt werden, ein Hund hat ein sehr viel feineres Gehör als ein Mensch. Der Tonfall sollte ruhig und bestimmt sein. Der Labrador Retriever ist sehr lernwillig und bedacht darauf seinem Menschen zu gefallen. Ausgeführte Kommandos sollen immer mit einem Lob bedacht werden.
In der Hundeerziehung werden auch Leckerlis als Lob und positive Verstärkung eingesetzt. Doch ist darauf zu achten, dass Labradore sehr verfressen sind. Ihr Mensch sollte sie nicht an permanente Leckerlis gewöhnen, ein liebevolles Lob muss auch immer wieder reichen.
Die erste Erziehungsmaßnahme, mit der jeder neue Hundehalter konfrontiert wird, ist die Erziehung zur Stubenreinheit. Hier hilft es den Welpen genau zu beobachten. Junge Hunde werden unruhig, bevor sie „müssen“. Wer diese Anzeichen bei seinem Hund sieht, sollte schnell mit ihm nach draußen gehen. Wenn sich der Welpe dann erleichtert hat, wird er überschwenglich gelobt. Wer seinen Hund in der Wohnung bei frischer Tat ertappt, kann ihn mit einem Nein hindern und sofort nach draußen bringen. Auch nach dem Fressen ist ein günstiger Zeitpunkt, um den Welpen zur Stubenreinheit zu erziehen. Keinesfalls sollte ein Hund mit der Nase in seine Hinterlassenschaften gesteckt oder gar geschlagen werden. Dies verunsichert jeden Welpen sehr und stört den guten Beziehungsaufbau zwischen ihm und seinem Menschen. Auch in der Nacht müssen Hundewelpen öfter raus, da sie nicht die ganze Nacht durchhalten können. Jeder neue Halter sollte sich von Anfang an darauf einstellen.
Bereits für den Welpen ist der regelmäßige Kontakt mit anderen jungen Hunden wichtig, um eine gute Sozialisation zu erreichen. Diese Möglichkeit findet man in der sogenannten Welpenspielstunde. Auch der Besuch einer guten Hundeschule ist vorteilhaft. Hier sollte der Halter unbedingt darauf achten, dass konsequentes Verhalten nicht mit Härte verwechselt wird und die Tiere mit Freude und Eifer bei der Sache sind. Besonderes Augenmerk soll darauf gelegt werden, den Hund nicht zu übermüden. Gerade bewegungsfreudige Hunde, wie Labradore, gehen speziell als Welpen über ihre eigenen Grenzen. Eine gelungene Sozialisation mit anderen Hunden lässt sich nur mit ausgeruhten Welpen gut erreichen.
Wichtig ist es, den Labradorwelpen mit Spaziergängen nicht zu überfordern. Seine Muskeln sind noch im Aufbau, deswegen kann er noch keine langen Strecken laufen. Mehrere kurze Spaziergänge sind in diesem Alter empfehlenswerter, als ein langer Gang. Auch Treppensteigen sollte, speziell während des Wachstums, vermieden werden.
Die richtige Erziehung des Welpen ist der Grundstein für ein erfülltes Hundeleben und eine glückliche Mensch-Hund Beziehung.

Wo kaufe ich einen gesunden und ausgeglichenen Labradorwelpen?

Der zukünftige Labradorhalter hat die Wahl zwischen einem Welpen aus eingetragener Zucht und aus einer sogenannten Hobbyzucht.
Bei einem eingetragenen Züchter ist das Risiko einen kranken oder nicht rassereinen Welpen zu bekommen praktisch nicht vorhanden. Aber auch hier gibt es einige schwarze Schafe, die ihre Hunde nur des Gewinns wegen züchten.Wo kaufe ich einen gesunden und ausgeglichenen Labradorwelpen?
Wichtig ist es, sich die Hundehaltung im Zwinger genau anzusehen. Werden die Tiere liebevoll behandelt und haben sie Familienanschluss oder sind sie „weggesperrt“? Eine gute und frühe Sozialisation ist die erste Voraussetzung, um einen ausgeglichenen Welpen zu bekommen.
Wie schaut es mit Sauberkeit und Hygiene aus? Sind Wassernäpfe und Futterschüsseln sauber? Wirken die Tiere gesund und munter? Müssen die Hündinnen „dauerproduzieren“ oder haben sie genügend Zeit sich zwischen ihren Würfen zu erholen? Professionelle Züchter müssen ihrem Zuchtverband regelmäßig die Gesundheit ihrer Tiere nachweisen. Dazu ist ein Hobbyzüchter nicht verpflichtet. Auch hier gibt es sehr verantwortungsvolle Menschen, denen das Wohl ihrer Tiere am Herzen liegt. Genauso gibt es die nur auf Gewinn bedachten Züchter, die ihre Hunde gewissenlos ausbeuten.

Preis eines Labradorwelpen

Einen Labradorwelpen aus einer eingetragenen Zucht, also mit Papieren, bekommt man für ca 1000 bis 1300 €. Ein Hund aus einer Hobbyzucht kostet entsprechen weniger, meist um 500 €.

Labradormischlinge

Immer wieder werden auch Labradormischlinge zum Kauf angeboten. Sie kosten weniger als reinrassige Hunde und können als Mischlinge durchaus weniger krankheitsanfällig sein.
Allerdings sind von Mischlingen die Vorfahren nicht bekannt, so dass immer wieder Erbkrankheiten auftreten können, mit denen man nicht gerechnet hat.
Auch bei dem Kauf von Labradormischlingen ist genau nachzuprüfen woher der Hund stammt und ob es sich nicht um einen unseriösen und profitorientierten Züchter handelt, den man keinesfalls unterstützen sollte. Das charakterliche Wesen eines Mischlings ist nicht so vorhersagbar wie das einen Rassehundes. Für Menschen, die einfach einen tierischen Begleiter haben wollen, ist der Labradormischling sicher eine Option.
Wer sich aber speziell in die Charaktereigenschaften eines Labradors verliebt hat, der sollte sich einen reinrassigen Hund kaufen.

Labrador in Not – was bedeutet das?

Auch Labrador Retriever sind vor schwierigen und unglücklichen Lebensumständen nicht sicher. So kann beispielsweise das Veterinäramt die Hunde unseriöser Züchter beschlagnahmen und die Tiere in ein Tierheim bringen. Immer wieder sind auch Menschen mit der Haltung ihres Hundes aus unterschiedlichen Gründen, wie beispielsweise Krankheit, überfordert. Dann müssen sie ihren vierbeinigen Freund im Tierheim abgeben oder über eine Anzeige einen neuen Platz für das Tier suchen.

Fazit

Der Labrador Retriever ist ein intelligenter und geduldiger Hund, der viel Bewegung braucht und sowohl körperlich als auch mental gefordert werden will. Auch wenn er Kinder liebt, so ist er doch nicht geeignet für eine Familie, die sich ungern im Freien aufhält. Ideal sind für den Labrador outdoor Menschen, die seine unterschiedlichen Fähigkeiten fördern und ihm auch einen liebevollen Platz in der Familie bzw. an der Seite ihres Menschen anbieten können.


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