Gesundheit und Anfälligkeiten von Labrador Retriever

Gesundheit und Anfälligkeiten von Labrador Retriever Gesundheit und Anfälligkeiten von Labrador Retriever

Bei richtiger Haltung ein gesunder und robuster Hund.

Er kann durchaus ein Alter bis zu 14 Jahren erreichen. Doch leiden auch inzwischen immer wieder Hunde, wie auch die Menschen, unter sogenannten Zivilisationskrankheiten. Bei fast allen Rassehunden sind inzwischen auch züchtungsbedingte Krankheiten bekannt. Die wichtigsten Erkrankungen stellen wir im folgenden Text vor.

  • Herzkrankheiten

    Bei diesen Krankheiten wird zwischen angeborenen und erworbenen unterschieden. Die angeborenen Herzerkankungen sind bereits bei der Geburt vorhanden. Sie bleiben fast immer während des ganzen Hundelebens bestehen und nachweisbar. Die erworbenen Herzkrankheiten treten erst nach der Geburt auf. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass angeborene Erkrankungen immer erblich sind.

  • Angeborene Herzerkrankungen

    Zu ihnen gehört die sogenannte Trikuspidaldysplasie. Dies betrifft eine fehlerhafte Entwicklung der Herzklappen, so dass diese nicht richtig schließen können. Bei Welpen zeigen sich die Krankheitssymptome meist noch nicht, erst mit zunehmenden Gewicht und Größe kommt es zu Atemnot und rascher Ermüdung. Da das Herz nicht richtig arbeiten kann, ist eine spätere Folge die Bauchwassersucht. Betroffene Hunde brauchen ihr leben lang Medikamente und ihre Lebenserwartung beträgt oft nur die Hälfte der normalen Lebenszeit.
    Eine andere angeborene Herzerkrankung ist der persistierende ductus arteriosus botalli.
    Dieser beeinträchtigt die Lungenatmung und führt zu einer Herzschwäche. Zwei Drittel der betroffenen Hunde sterben in ihrem ersten Lebensjahr an Herzversagen.
    In Deutschland ist die häufigste angeborene Herzerkrankung die Aortenstenose (Verengung der Hauptschlagader).
    In schweren Fällen kann sie zum sofortigen Herztod führen. Hunde mit leichterer Aortenstenose benötigen ihr Leben lang Medikamente.
    Eine weitere angeborene Herzerkrankung ist die Pulmonalstenose(Verengung der Lungenschlagader). Labradore mit einer leichten Stenose zeigen häufig keine Symptome und benötigen von daher keine Therapie. Bei einer schweren Stenose ist eine Behandlung angezeigt.
    Angeborene Herzerkrankungen treten häufiger bei Rassehunden als bei Mischlingen auf. Dies lässt auf eine genetische Disposition schließen.

  • Erworbene Herzkrankheiten

    Die dilatative Kardiomyopathie ist besonders bei großen und sehr großen Hunden anzutreffen. Der Labrador Retriever wird an 12. Stelle der anfälligen Rassen geführt.
    Ein hoher Anteil der betroffenen Hunde ist männlich.
    Es gibt verschiedene Ursachen für eine Kardiomyopathie: Ernährungsbedingt, hormonell, toxisch oder entzündlich. Die erkrankten Hunde werden medikamentös behandelt. Wenn sie allerdings schon starke Symptome aufweisen, ist die Prognose nicht hoffnungsvoll.

  • Skeletterkrankungen

    Die Hüftgelenk-oder Ellbogendysplasie gehört zu den als vererbt eingestuften Krankheiten. Dieses Leiden kann durch die richtige Haltung und Ernährung beeinflusst werden. Wichtig ist bereits im Welpenalter den Hund nicht zu überlasten und überfordern – und nicht zu überfüttern. Labradore sind immer hungrig und neigen bei zu viel Futter zu Übergewicht. Dies wirkt sich sehr negativ auf die Gesundheit des Bewegungsapparates aus. Labradore mit mittlerer oder schwerer Dysplasie sind nicht zur Zucht zugelassen.

  • Erkrankungen des Nervensystems

    Die Fibrinoide Leukodystrophie und die Axonopathie treten zum Glück nur sehr selten auf. Beide Erkrankungen zeichnen sich durch Bewegungsstörungen und Lähmungen bzw. übersteigerte Bewegung und Umfallen aus. Diese Krankheiten sind unheilbar.

  • Augenerkrankungen

    Zu den bekanntesten Augenerkrankungen gehört der Katarakt, im Volksmund auch als grauer Star bezeichnet. Darunter verstehen wir die Trübung einer oder beider Augenlinsen. Diese Trübung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Ein Katarakt hat verschiedene Ursachen, wir unterscheiden zwischen vererbtem, angeborenen und erworbenen Katarakt. Bei der Vererbung ist die Trübung der Linse nach der Geburt noch nicht sichtbar und entwickelt sich meist in den ersten zwei Lebensjahren.
    Angeborene Katarakte sind normalerweise nicht erblich.
    Erworbene Katarakte treten meist in den späteren Lebensjahren auf. Die Ursache dafür kann unter anderem in falscher Ernährung liegen.
    Zeigt sich bei einem Labrador Retriever ein Katarakt, so sind häufig beide Augenlinsen getrübt. Die Linsentrübungen sind völlig schmerzfrei. Eine medikamentöse Therapie ist bis jetzt nicht bekannt. Bei einem ansonsten gesunden Auge kann durch eine Linsenextraktion das Sehvermögen wieder hergestellt werden. Dieser Eingriff ist uns auch von uns Menschen bekannt (Staroperation).

  • Generalisierte progressive Retinaatrophie oder Progressive Rod Cone Disease (GPRA oder PRCD)

    Leidet ein Labrador unter dieser Erkrankung, so erscheint die Netzhaut bei der Geburt normal. Im Alter von drei bis vier Jahren beginnt sie jedoch zu degenerieren, was letztlich zu völliger Erblindung führt. PRCD ist eine Erbkrankheit.

  • Retinadysplasie

    Dies ist eine embrionale Fehlentwicklung der Netzhaut, die unterschiedlich ausgeprägt sein kann und keine fortschreitende Erkrankung ist.

  • Hereditäre nasale Parakeratose

    Die betroffenen Hunde entwickeln im Alter von einigen Monaten Krusten und rissige Nasen. Ansonsten sind sie gesund. Diese Erkrankung kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht geheilt werden. Eine symptombezogene Therapie schafft aber Linderung.

  • Harnleiterektopie

    Die Harnleiterektopie ist eine angeborene Missbildung der Harnleiter, die häufiger bei Labrador Hündinnen als bei Rüden vorkommt. Bei dieser Fehlbildung enden die Harnleiter unterhalb des Schließmuskels und münden anstatt in die Harnblase in die Harnröhre, Gebärmutter oder Scheide. Folglich kommt es zu einer Harninkontinenz, die sich durch leichtes Harntröpfeln bemerkbar macht. Harnwegsinfektionen und Hautreizungen können in folge der Harninkontinenz noch zusätzlich auftreten.

Die Aufstellung dieser möglichen Erkrankungen soll nur einen allgemeinen Überblick verschaffen. Verantwortungsbewusste Züchter können viele Krankheiten ausschließen. Von daher ist beim Kauf eines Welpen sorgfältig auszuwählen, aus welcher Zucht der Hund kommt.


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1 Kommentar zu Gesundheit und Anfälligkeiten von Labrador Retriever

  1. Warum ist es nicht mehr möglich einfach einen gesunden Hund zu bekommen? Aus dem Wurf von dem wir unseren Hund damals gekauft haben alle irgendwelche Probleme. Sei es mit den Gelenken, Augen,Herz, Fell oder oder. Aber laut Papieren beim Züchter sind die Elterntiere alle kerngesund. Jetzt ist unser verstorben,das Herz. Gerne würden wir uns einen neuen anschaffen. Aber nach Gesprächen mit einigen Züchtern, Tenor: alles gut in meiner Zucht,reinschauen in das Tier kann man nicht etc.,
    habe ich starke Bedenken viel Geld für den Kauf aufwenden und dann wieder jahrelang Stammkunde beim Tierarzt zu sein. Geht es immer nur um Pokale und Auszeichnungen für den Züchter oder geht es irgendjemanden davon wirklich mal um das Wohl eines Lebewesens?

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