Habe ich nach dem Hundekauf ein Umtausch- oder Rückgaberecht?

Habe ich nach dem Hundekauf ein Umtausch- oder Rückgaberecht Habe ich nach dem Hundekauf ein Umtausch- oder Rückgaberecht

Man kann davon ausgehen, dass jeder, der sich einen Hund anschafft, damit rechnet, ihn viele Jahre, bis zu seinem Lebensende zu behalten. Daher machen sich die meisten Menschen erst einmal gar keine Gedanken, welche Rechte sie hätten, wenn sie den Hund nach einiger Zeit zurückgeben oder umtauschen wollen würden. Und das ist auch richtig so. Jedem sollte klar sein, dass er sich hier ein Lebewesen zulegt, das sehr leidet, wenn es seine Bezugspersonen verliert. Und doch gibt es ein paar Situationen, wo es nötig werden kann, den Hund wieder abzugeben.

Umtausch- und Rückgaberecht beim Züchter

Mit einem professionellen Hundezüchter schließen Sie in der Regel einen schriftlichen Vertrag. Vor dem Gericht gilt ein Tier immer noch als Sache. Es muss daher in dem Zustand übergeben werden, der im Vertrag festgelegt wurde. Wird zum Beispiel im Vertrag vermerkt, dass der Hund „kinderlieb“ ist, ist es als Mangel zu sehen, wenn er grundlos nach einem Kind schnappt. Besonders wichtig sind derlei Zusätze natürlich, wenn der Hund für einen bestimmten Zweck angeschafft wird. Hunde, die mit zur Jagd genommen werden sollen, müssen „schussfest“ sein. Verspricht der Verkäufer, dass der Hund diese Eigenschaft bereits hat, können Sie reklamieren, falls sich später das Gegenteil herausstellt. Auch bei Tieren, die zur Zucht angeschafft werden, muss vertraglich festgelegt werden, dass zum Kaufzeitpunkt keine gesundheitliche oder äußerliche Eigenschaft dagegenspricht.

Häufig werden jedoch gar keine Angaben zu bestimmten Eigenschaften gemacht, wenn der Hund als normaler Haushund gehalten werden soll. Hier kann davon ausgegangen werden, dass der Hund die Anforderungen erfüllt, die üblicherweise an so ein Tier gestellt werden. Er sollte also gesund sein und ein normales Sozialverhalten aufweisen.
Jenseits von den gesetzlichen Bestimmungen lassen viele Züchter in eigenem Interesse einen Passus in den Vertrag aufnehmen, dass der Hund für eine gewisse Zeit nicht ins Tierheim oder an andere Personen, sondern nur zurück an den Züchter gegeben werden darf. Die meisten Züchter hängen an ihren Welpen und achten sorgfältig darauf, ein möglichst gutes Zuhause für jeden auszuwählen. Die Vorstellung, dass einer der Hunde vielleicht demnächst irgendwo anders untergebracht wird, wo es ihm nicht gut geht, behagt ihnen nicht. Daher nehmen sie lieber selbst einen Hund zurück.

Ein Umtausch ist in der Praxis kaum möglich. Immerhin sucht man sich den Hund nach gewissen äußerlichen und innerlichen Merkmalen ausgesucht. Dass der Züchter gerade zufällig einen ähnlichen Hund im gleichen Alter zum Verkauf bei sich hat, ist relativ unwahrscheinlich.

Umtausch- und Rückgaberecht von Privatleuten

Wenn Sie einen Hund von Privatleuten kaufen, verhält es sich rein rechtlich ähnlich wie beim Züchter. In der Praxis wird allerdings selten ein Kaufvertrag gemacht, wenn jemand von privat einen Hund kauft, zumal der Kaufpreis meistens eher gering ist. Sie sollten trotzdem darauf achten, zumindest einen schriftlichen Nachweis über die Gesundheit des Hundes zu erhalten. Auch der Impfpass sollte immer vorliegen. Stellt sich dann später heraus, dass der Hund eine Krankheit hat, die schon vor dem Kauf aufgetreten ist, können Sie den Hund zurückgeben und den Kaufpreis zurückverlangen. Ob das allerdings in der Praxis so klappt, sei dahingestellt. Wenn der Verkäufer sich weigert, den Hund zurückzunehmen, bleibt nur der Weg zum Rechtsanwalt. Da ist die Möglichkeit, den Hund ins Tierheim zu bringen, wahrscheinlich unkomplizierter.

Umtausch- und Rückgaberecht beim Tierschutz

Gerade im Tierschutz wird genauestens darauf geachtet, dass der Hund ein beständiges, neues Zuhause bekommt. Hier wird immer ein schriftlicher Vertrag gemacht. Das Tierheim sichert sich darin ab, dass der Hund im Fall einer Abgabe auf jeden Fall zu ihnen zurückgebracht wird. Sollten Sie mit Ihrem Tierheim-Hund also in die Situation kommen, dass Sie ihn zurückgeben möchten, können Sie dies meist problemlos tun. Da beim Tierheim kein Kaufpreis, sondern eine sogenannte „Schutzgebühr“ gezahlt wird, werden Sie diese wohl kaum zurückerhalten.

Ähnlich verhält es sich bei Hunden, die aus dem Ausland adoptiert werden. Auch sie werden ja zumeist über Tierschutzorganisationen vermittelt. Im besten Fall unterhalten diese Organisationen Pflegestellen in Deutschland. Muss ein Hund wieder zurückgegeben werden, kann er meist auf einer dieser Pflegestellen untergebracht werden. Schwieriger ist es, wenn die Tierschutzorganisation ausschließlich vom Ausland her agiert. Zurückgeschickt werden kann das Tier natürlich nicht. Fragen Sie in diesem Fall trotzdem an, ob vielleicht mit anderen Tierschützern in Deutschland zusammengearbeitet wird. Die Schutzgebühr und die eventuell übernommenen Transportkosten werden in der Regel nicht erstattet.

Alternativen zur Rückgabe des Hundes

Niemandem dürfte die Abgabe eines Hundes leicht fallen. Und auch für den Hund ist das ein schwerer Einschnitt. Überlegen Sie daher vorher noch einmal eingehend, ob es nicht doch eine Lösung gibt, damit der Hund bei Ihnen bleiben kann. Bei Erziehungsproblemen kann vielleicht ein erfahrener Hundetrainer helfen. Ist der Hund krank, kann Ihnen der Tierarzt eventuell eine Therapie aufzeigen, mit der trotzdem ein gutes Zusammenleben möglich ist. Haben Sie wegen der beruflichen oder familiären Situation keine Zeit mehr für den Vierbeiner, könnte ein Hundesitter die Lösung sein.


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