Haushalt, Kind und dann noch ein Hund – Lebensbereicherung oder Belastung?

Haushalt, Kind und dann noch ein Hund - Lebensbereicherung oder Belastung? Haushalt, Kind und dann noch ein Hund – Lebensbereicherung oder Belastung?

Ein Hund ist aus vielen Familien nicht mehr wegzudenken. Meist wird liebevoll für ihn gesorgt und seine Menschen können sich ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen. Es gibt aber auch Leute, die sich voll Begeisterung einen Hund anschaffen, um dann festzustellen, dass sie sich zu sehr belastet fühlen und weder den Kindern noch dem Hund gerecht werden können. Sie haben oft das Gefühl selbst „auf der Strecke“ zu bleiben und keinen Freiraum mehr für sich zu haben. Eventuell kommt der Hund dann ins Tierheim, wo ihn ein ungewisses Schicksal erwartet.
Im folgenden Text wollen wir uns die Belastungen, die ein Hund mit sich bringen kann, genauer ansehen und überlegen, ob ein Hund wirklich ein zusätzlicher „Stressfaktor“ ist.

Häufige Argumente, bei denen der Hund zur Belastung wird

Ein Hund bringt Schmutz ins Haus und muss dauernd spazieren geführt werden.
Er verursacht viele Kosten.
Dauernd macht er etwas kaputt.
Im Urlaub kann man den Hund nicht überall mit hinnehmen.
Natürlich werden mit der Haltung eines Hundes zusätzliche Anforderungen an die Familie gestellt. Das heißt jedoch nicht, dass dies in Stress ausarten muss. Einen Hund zu halten und für ihn zu sorgen, sollte vor allem Freude bereiten.

Welche zusätzlichen Anforderungen zum normalen Alltag bringt ein Hund in die Familie?

Jeder Welpe muss liebevoll und konsequent erzogen werden. Das kostet Zeit und Kraft.
Ein Hund braucht Auslauf, nicht nur im Garten, sondern täglich mehrmals einen Spaziergang. Auch bei Regen oder Kälte benötigt ein Hund seinen Spaziergang. Je nach Rasse hat ein Hund unterschiedliche Bedürfnisse, die er ausleben will.
Ein Hund kostet Geld. Futter und Tierarzt müssen bezahlt werden, auch wenn einmal höhere Tierarztkosten anfallen. Dazu kommt die jährliche Hundesteuer. Es ist also durchaus sinnvoll sich zu überlegen, ob im monatlichen Budget die Kosten für einen Hund Platz haben.
Und ja, es kann sein, dass unser Hund nach einem Spaziergang dreckig und nass ist und gesäubert werden muss. Wer dies als unzumutbare Belastung empfindet, sollte besser keinen Hund haben.

Zusätzliche mögliche Stressfaktoren, die vor Anschaffung eines Hundes geklärt werden sollten

Wollen beide Partner den Hund?
Das ist eine wichtige Frage. Wenn nur ein Elternteil den Hund haben will, so kann es sein, dass der Partner sich nicht um den Vierbeiner kümmern wird. Übernimmt nur einer von beiden Verantwortung für den neuen Hausgenossen , so bringt das auf jeden Fall Spannung und zusätzliche Belastung in die Familie. Es gibt allerdings auch immer wieder den Fall, das ein Partner gegen die Anschaffung eines Hundes ist und sich dann doch so für den neuen Hausgenossen begeistert, das er gerne einen Teil der Verantwortung übernimmt. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.
Alleinerziehende haben zwar in jedem Fall die volle Verantwortung, müssen sich aber andererseits nicht mit dem Partner auseinandersetzen.
Nicht günstig ist es sich einen Hund kurz nach der Geburt eines Kindes anzuschaffen. Gerade bei „frischgebackenen“ Eltern, ist der Stresspegel sehr hoch. Sie wären vermutlich in dieser Situation mit einem Hund überfordert.

Auch die Rasse des Hundes spielt eine große Rolle

Seit vielen Jahrzehnten werden Hunde nicht nur nach Aussehen sondern auch nach Wesen und Charakter gezüchtet. Es gibt Hunde, die beispielsweise speziell für die Jagd gezüchtet werden und sehr viel Bewegung brauchen. Es gibt auch Hunderassen, die für ihr Geduld und Freundlichkeit Kindern gegenüber bekannt sind. Zukünftige Hundehalter sollten sich genau über die Charaktereigenschaften und das Wesen ihres künftigen Hundes informieren.

Erst war der Hund da, dann kommt ein Baby

Diese Situation ist ebenfalls nicht leicht zu bewältigen. Immer wieder werden Hunde abgegeben, weil sich die unerfahrenen Eltern überfordert fühlen.
Natürlich kann es sein, dass ein Hund eifersüchtig reagiert, vor allem wenn er nun viele Sachen nicht mehr darf, die vorher erlaubt waren. Viel hängt davon ab, inwieweit es möglich ist, den Hund liebevoll in die neue Situation einzubinden.

Und wo bleibe ich?

Manchmal kann der Eindruck entstehen, dass der gestresste Halter selbst keine Erholungspause mehr für sich hat. Es ist sinnvoll, sich die Frage zu stellen, in welchen Situationen man am Besten „auftankt“. Ist das beispielsweise wirklich vor dem Fernseher?
Menschen, die sich gerne, auch bei Wind und Wetter, in der Natur aufhalten und dort neue Kraft schöpfen, werden die Spaziergänge mit ihrem Hund nicht als Stress empfinden. Es ist wirklich auch eine Frage, wo wir unsere Prioritäten setzen. Wenn wir uns nur ungern bewegen und lieber auf der Couch sitzen, können wir die berechtigten Wünsche unseres Hundes durchaus als Belastung empfinden.
Es gibt aber auch „Couchsitzer“, die sich bewusst einen Hund anschaffen, weil sie ihr Leben verändern wollen, sich mehr Aktivität und Gesundheit davon versprechen. Hier kann ein Hund sehr motivierend sein und uns völlig neue Erlebnisse bringen.

Hunde bereichern unser Leben

Hunde sind gut gelaunte und geduldige Begleiter für ihre Menschen. Mit ihrer Lebensfreude wirken sie geradezu ansteckend und schaffen es auch eine trübe Stimmung aufzuhellen. Durch die täglichen Spaziergänge halten wir uns vermutlich mehr an der frischen Luft auf, als wir es normalerweise tun. Dass Hundehaltung sich positiv auf die körperliche und seelische Gesundheit von uns Menschen auswirkt, ist schon lange bewiesen. Nicht umsonst werden Hunde als Therapiehunde eingesetzt.
Unsere Kinder lernen im täglichen Umgang mit dem vierbeinigen Freund Rücksicht zu nehmen und sich verantwortlich zu fühlen. Dies hilft ihnen soziale Kompetenzen aufzubauen.

Organisation ist wichtig

Ein Leben mit Haushalt, Kindern und Hund muss gut organisiert werden. Eventuelle Engpässe, wie Krankheit, sollten mit einkalkuliert werden. Vielleicht gibt es tierliebende Nachbarn, die sich im Notfall um unseren Hund kümmern können.

Letztendlich ist es eine Frage der eigenen Einstellung

Dieser simple Satz birgt eine tiefe Wahrheit. Ärgere ich mich darüber, dass ich mit meinem Hund im Regen raus muss, oder kann ich tief durchatmen und in einem Regenspaziergang einfach mal abschalten? Nehme ich die Zeit, die ich meinem Hund widme, als Belastung wahr, oder freue ich mich über das Zusammensein mit ihm? Wenn ich die Zeit mit meinem Hund genießen kann, dann werde ich mich bei einem Spaziergang oder auch bei dem Bürsten des Hundes und bei den Streicheleinheiten, die ich ihm gebe, mehr erholen und zufriedener sein, als vor dem Fernseher.


Bildnachweis: Kostenlose Bilder von pixabay.com

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