Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich ernsthaft erkrankt bin?

Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich ernsthaft erkrankt bin? Wer kümmert sich um meinen Hund, wenn ich ernsthaft erkrankt bin?

Wenn wir unser Leben mit einem Hund teilen, so tragen wir die Verantwortung für ihn – in guten und in schwierigen Zeiten. Dies bedeutet auch, dass wir daran denken müssen, dass es uns einmal so schlecht gehen kann, dass wir nicht für unseren Hund sorgen können. Für eine solche Situation sollten wir unbedingt Vorsorge treffen, damit wir nicht völlig überrumpelt sind, wenn ein Notfall eintritt.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, unseren Hund in einer Krise in gute Hände zu geben.
Dabei ist zu unterscheiden, ob mehrmals täglich jemand kommt, der den Hund auf einen Spaziergang mitnimmt, oder ob wir evtl. längere Zeit in der Klinik verbringen müssen und unser Hund einen dauernden Pflegeplatz benötigt.
Wem kann ich nun meinen Hund anvertrauen?

Nachbarn, Freunde, Verwandte

Jedesmal, wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen, treffen wir vermutlich Menschen, die ebenfalls mit ihrem Hund unterwegs sind. Normalerweise entsteht unter Hundefreunden leicht ein Gespräch, vor allem, wenn die Hunde sich untereinander gut verstehen. Es ist sinnvoll, solche Kontakte zu pflegen, vielleicht wird sogar eine Freundschaft daraus. Nach einiger Zeit lohnt es sich in jedem Fall, das Thema eventueller gegenseitiger Hundeübernahme in Krisensituationen anzusprechen. Da unser Hund den Nachbarn dann bereits über längere Zeit kennt und sich womöglich mit dessen Hund angefreundet hat, ist eine Fremdbetreuung des Hundes für diesen relativ stressfrei. Er bleibt wenigstens bei den Spaziergängen in seinem gewohnten Umfeld. Muss er tatsächlich einige Zeit „fremd untergebracht“ werden, so ist der Schock nicht so groß, wie bei völlig Unbekannten. Dass unser Hundebetreuer nicht für die Futterkosten aufkommen muss, und auch eine Vergütung angeboten bekommen sollte, ist selbstverständlich.
Natürlich kann auch mit anderen Freunden oder Verwandten ein derartiges Abkommen getroffen werden. Unser Hund kennt (hoffentlich) auch diese Menschen und wird sich bei ihnen eingewöhnen, selbst wenn er eventuell seine vertraute Umgebung verliert. Wichtig wäre allerdings abzuklären, ob unsere Verwandten oder Freunde sich mit der Pflege des Hundes nicht selbst übernehmen.

Offizielle Hundesitter

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, über das Internet eine geeignete Hundebetreuung zu suchen. Es gibt viele Angebote, einen erfahrenen Hundesitter in der Nähe zu finden. Das Prinzip beruht oft auf gegenseitigem Hundesitten, es kann aber auch eine Bezahlung vereinbart werden. Normalerweise werden Hundesitterdienste während der Arbeitszeit oder des Urlaubs in Anspruch genommen. Hier muss unbedingt vorher geklärt werden, ob die Betreuung auch für den Krankheitsfall gilt und ob der Hundesitter bereit ist, unseren Hund auch in Pflege zu nehmen. Natürlich ist es von Vorteil, wenn sich Hund und Betreuer schon vorher kennen. Da wir uns bei unserer Suche auf die Angebote von Hundesittern in unserer Nachbarschaft konzentrieren, kann durch einige Spaziergänge ein Kontakt aufgebaut werden. In diesen gemeinsamen Stunden können wir auch klären, ob wir in etwa die gleichen Vorstellungen vom Umgang mit Hunden haben. Normalerweise sind Hundesitter Tierfreunde und haben selbst oft Hunde. Wir sehen, wie sie mit ihren eigenen Tieren umgehen und können erspüren, ob uns dieses Verhalten anspricht. Zeigt sich der Hundesitter bereit, unseren Hund während einer Krisenzeit in Pflege zu nehmen, so ist das natürlich ideal. In jedem Fall sollte rechtzeitig fest vereinbart werden, dass unser Hund in einer spontanen Notsituation Aufnahme findet.

Fremdunterbringungen

Wer nicht rechtzeitig in seinem Freundes-oder Verwandtenkreis Vorsorge für einen eventuellen Pflegeplatz treffen konnte, und auch keinen zuverlässigen Hundesitter gefunden hat, steht jetzt vor einer schwierigeren Entscheidung. Wir müssen unseren Hund „fremd“ unterbringen.
So bleibt uns noch die Möglichkeit, für unseren Hund nach einer Hundepension zu suchen.
Falls wir unseren vierbeinigen Partner von einem Züchter haben, können wir diesen fragen, ob er unseren Hund für einige Zeit aufnimmt.
Als letzte Chance bleibt dann noch das Tierheim.
Wir wollen uns diese 3 Optionen etwas genauer anschauen.

Hundepensionen

Hundepensionen können sehr unterschiedlich geführt werden und benötigen normalerweise eine Voranmeldung. Das ist natürlich für einen Krankheitsfall ungünstig. Auch sollten wir jede Hundepension vorher besichtigen, um uns anzuschauen, welchen Menschen wir unseren Hund anvertrauen. Viele Hundepensionen sind sehr gut geführt. Die Kosten liegen zwischen 10 und ca 25€ pro Tag. Vielleicht haben wir ja schon öfter Urlaub ohne Hund gemacht und unseren vierbeinigen Freund wohlversorgt in einer Hundepension gelassen. Dann können wir mit der Leitung der Hundepension vorsorglich besprechen, ob sie unseren Hund spontan im Krankheitsfall aufnehmen würde.

Zurück zum Züchter

Einige Hundezüchter bieten an, dass sie den bei ihnen erworbenen Hund, in Urlaubszeiten oder in einer Krisensituation zeitweise aufnehmen würden. Das ist ein gutes Angebot, aber auch da kann es passieren, vor allem bei einer kurzfristigen Anfrage, dass es aktuell keinen freien Platz für unseren Hund gibt. Von Vorteil wäre natürlich, dass der Züchter mit dem Charakter und Wesen dieser Rasse bestens vertraut ist. Auch hat unser Hund prägende erste Lebenswochen hier verbracht, vielleicht kommt ihm die neue Umgebung ein wenig bekannt vor.

Das Tierheim

Dieses ist eine sehr ungeeignete Lösung. Die meisten Heime sind überfüllt. Oft sind es zu wenig Menschen, die für die Tiere sorgen. Sie haben kaum Zeit, sich richtig um verlassene und traumatisierte Insassen zu kümmern. Wir sollten unserem Hund ein solches Schicksal ersparen und rechtzeitig Vorsorge treffen.

Ein sicherer Platz auf einem Lebenshof für Tiere

Es gibt Tierfreunde, die für ausgebeutete und ungewollte Tiere sogenannte Lebenshöfe eingerichtet haben. Um Anspruch auf einen Platz für unseren Hund zu haben, ist eine Mitgliedschaft in dem Verein notwendig. Diese besteht meist darin, dass wir für eines der dort lebenden Tiere eine symbolische Patenschaft übernehmen. Bei solchen „Tierabsicherungen“ muss zusätzlich eine geringe regelmäßige monatliche Gebühr für unseren Hund entrichtet werden. Dafür verpflichtet sich beispielsweise Gut Aiderbichl bei schwerer Krankheit oder im Falle unseres Todes unseren Hund innerhalb von 12 Stunden abzuholen. Er wird dann in einer Gruppe mit anderen Hunden liebevoll versorgt und kann bis an sein Lebensende dort bleiben. Dies ist eine der seltenen Möglichkeiten, wo für unseren Hund immer ein Platz garantiert ist.

Vorsorge ist bei jeder Tierhaltung ein Grundgebot

Nachdem wir die verschiedenen Möglichkeiten, wem wir im Krankheitsfall unseren Hund anvertrauen können, durchgegangen sind, ist hoffentlich jedem Leser dieser Zeilen klar, wie wichtig es ist, für eine Krisensituation vorzuplanen. Nur so können wir unserem Hund ein ungewisses und vermutlich unerfreuliches Schicksal ersparen.


Bildnachweis: Kostenlose Bilder von pixabay.com

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